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Was eine unbesetzte Stelle wirklich kostet — in Zahlen

Mai 2026 · 7 Min. Lesezeit

Editoriale Illustration: Kosten-/Rechner-Thema — steigende Kostenkurve, Navy/Blau, ruhig.

15.000 bis 35.000 Euro im Monat bei einem unterbesetzten Hotel. 5.000 bis 25.000 Euro im Monat bei einer offenen Schweißer-Stelle. So setzen sich diese Zahlen zusammen.

Es ist einfach, eine unbesetzte Stelle als Position im Organigramm zu sehen — eine Lücke, die man füllt, „sobald die richtige Person kommt“. Die Zahlen sagen etwas anderes. Für Hotelbetriebe mit Personalmangel in Service und Housekeeping liegen die Verluste bei 15.000 bis 35.000 Euro im Monat — Überstunden, entgangene Buchungen durch reduzierte Kapazität, Probleme im Gästeerlebnis, die sich in Bewertungen und Wiederbuchungsraten niederschlagen.

Bei Facharbeiterpositionen sieht die Kostenstruktur anders aus, die Größenordnung ist vergleichbar. Eine offene Schweißer-Stelle — eine der Positionen auf Österreichs aktueller Mangelberufsliste — kostet einen Betrieb 5.000 bis 25.000 Euro im Monat, getrieben durch Projektverzögerungen, Subvergabe zu Aufpreis und Vertragsstrafen bei verpassten Terminen.

Was beide Zahlen gemeinsam haben: Sie gelten pro Monat, und sie kumulieren sich. Eine sechs Monate offene Stelle ist nicht sechsmal günstiger als ein einzelner schlechter Monat — die Folgewirkungen (verlorene Aufträge, überlastetes verbleibendes Personal, Gäste, die nicht wiederkommen) addieren sich in der Regel.

Wir stellen diese Zahlen nicht voran, um jemanden in eine Entscheidung zu drängen. Sondern weil sie den eigentlichen Vergleichsmaßstab setzen. Ein Rekrutierungsprozess von vier bis sieben Monaten klingt isoliert betrachtet lang. Er klingt anders neben einer monatlichen Verlustzahl, die während der Wartezeit weiterläuft.

Die ehrliche Frage lautet nicht „wie schnell können wir das besetzen“, sondern „was kostet uns jeder Monat der Vakanz tatsächlich — und ändert das, wie viel Vorlaufzeit wir einplanen sollten“. Für die meisten Arbeitgeber, mit denen wir sprechen, ändert das den Zeitrahmen, an dem sie sich orientieren — oft um eine ganze Saison.

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